christoph-ransmayr_die-schrecken-des-eises-und-der-finsternis

Die Schrecken des Eises und der Finsternis

Roman.
Frankfurt am Main: S. Fischer, 2000.
ISBN: 3-10-062922-1
http://www.ransmayr.eu/wp-content/uploads/schreckendeseiseshoerprobe.mp3

Hörprobe:
Christoph Ransmayr – Die Schrecken des Eises und der Finsternis

 

Frühere Ausgaben:
Die Schrecken des Eises und der Finsternis. Roman. Mit 28 Farbfotografien von Rudi Palla und 11 Schwarzweiß-Abbildungen. Wien, Mün- chen: Brandstätter, 1984. ISBN: 3-85447-043-6

 

Taschenbuch:
Die Schrecken des Eises und der Finsternis. Roman. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1987. ISBN: 3-596-25419-1

 

Hörbuch:

Die Schrecken des Eises und der Finsternis. Roman. Berlin: Deutsche Grammophon Literatur, 2004.

6 CDs (7 Stunden)

 

Die Schrecken des Eises und der Finsternis. Roman. Köln: Random House Audio, 2007. Hörbuch Serie Geo Hörwelten – Weit draußen – Folge 7 ISBN: 978-3-86604-592-7

6 CDs (7 Stunden)


Inhalt:
Im Zentrum dieses vielschichtigen Abenteuerromans steht das Schicksal der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition der »Payer-Weyprecht-Expedition«, die im arktischen Sommer 1872 in das unerforschte Meer nordöstlich des sibirischen Archipels Nowaja Semlja aufbricht. Das Expeditionsschiff wird bald – und für immer – vom Packeis eingeschlossen. Nach einer mehr als einjährigen Drift durch alle Schrecken des Eises und der Finsternis entdeckt die vom Skorbut geplagte Mannschaft eine unter Gletschern begrabene Inselgruppe am Rande der Welt und tauft sie zu Ehren eines fernen Herrschers »Kaiser-Franz-Joseph-Land«. Einer der letzten blinden Flecke ist damit von der Landkar- te der Alten Welt getilgt.

Parallel zum Drama dieser historischen Expedition erzählt Ransmayr die Geschichte eines jungen, in Wien lebenden Italieners namens Mazzini, der mehr als hundert Jahre später zum besessenen Sammler aller hinterlassenen Zeugnisse und Dokumente der »Payer- Weyprecht-Expedition« wird und schließlich ins Eismeer aufbricht, um als Passagier eines norwegischen Forschungsschiffes die Entdeckung des »Franz-Joseph-Landes« nachzuvollziehen. Aber im Verlauf seiner Recherchen zur polaren Entdeckungsgeschichte gerät Mazzini immer tiefer in die arktische Gegenwart und verschwindet schließlich, ein Schlittenreisender, in den Gletscherlandschaften Spitzbergens.


Romananfang: 
Josef Mazzini reiste oft allein und viel zu Fuß. Im Gehen wurde ihm die Welt nicht kleiner, sondern immer größer, so groß, daß er schließlich in ihr verschwand.

Mazzini, ein zweiunddreißigjähriger Wanderer, ging im arktischen Winter des Jahres 1981 in den Gletscherlandschaften Spitzbergens verloren. Es war ein privater Trauerfall, gewiß. Ein Verschollener, einer mehr, nichts Besonderes. Aber wenn einer verlorengeht, ohne einen greifbaren Rest zu hinterlassen, etwas, das man verbrennen, versenken oder verscharren kann, dann muß er wohl erst in den Geschichten, die man sich nach seinem Verschwinden über ihn zu erzählen beginnt, allmählich und endgültig aus der Welt geschafft werden. Fortgelebt hat in solchen Erzählungen noch keiner.

Mir war die Tatsache oft unheimlich, daß sich der Anfang, auch das Ende jeder Geschichte, die man nur lange genug verfolgt, irgendwann in der Weitläufigkeit der Zeit verliert – aber weil nie alles gesagt werden kann, was zu sagen ist, und weil ein Jahrhundert genügen muß, um ein Schicksal zu erklären, beginne ich am Meer und sage: Es war ein heller, windiger Märztag des Jahres 1872 an der adriatischen Küste. Vielleicht standen auch damals die Möwen wie filigrane Papierdrachen im Wind über den Kais, und durch das Blau des Himmels glitten die weißen Fetzen einer in den Turbulenzen der Jahreszeit zerrissenen Wolkenfront – ich weiß es nicht. Überliefert ist aber, daß an diesem Tag Carl Weyprecht, ein Linienschiffslieutenant der k. u. k. österreichisch-ungarischen Marine, vor dem Hafenamt jener Stadt, die von den Italienern Fiume und von ihren kroatischen Bewohnern Rijeka genannt wird, eine Rede hielt. Er sprach vor Seeleuten und gemischtem Hafenpublikum über die Drohungen des höchsten Nordens.


Übersetzungen:

Brasil. Portugiesisch: Pavores de gelo e trevas. Übers. v. Marcelo Backes. São Paulo, SP: Estação Liberdade, 2010.

Dänisch: Isens og mørkets raedsler. Übers. v. Karsten Sand Iversen. København: Centrum, 2000.

Englisch: The terrors of ice and darkness. Übers. v. John E. Woods. New York: Grove Weidenfeld, 1991; London: Paladin, 1992.

Estnisch: Jää ja pimeduse õud. Übers. v. Tiina Aro. Graph. Gest. Rudolf Pangsepp. Tallinn: Eesti Raamat, 2004.

Finnisch: Jään ja pimeyden kauhut. Übers. v. Oili Suominen. Porvoo; Helsinki; Juva: Söderström, 1990.

Französisch: Les Effrois de la glace et des ténèbres. Übers. v. François u. Régine Mathieu. Paris: Maren Sell, 1989.

Hebräisch: Eme ha-ḳeraḥ ṿeha-ḥashekhah : roman ʿim 23 tatslumim. Übers. v. Roni Lubyaniḳer. Tel-Aviv: Zemorah-Bitan, 2000.

Italienisch: Gli orrori die ghiacci. Übers. v. Lia Poggi. Milano: Leonardo, 1991; auch: Milano: Feltrinelli, 2008.

Japanisch: Kor̄i to yami no kyof̄u. Übers. v. Higuchi Michiko. Tok̄yo ̄: Chuō ̄Kor̄onsha, 1998.

Kroatisch: Strahote leda i tame. Übers. v. Mladen Udiljak. Zagreb: Sipar, 2006

Niederländisch: De verschrikkingen van het ijs en de duisternis. Übers. v. Roland Jonkers. Amsterdam: Bakker, 1990.

Norwegisch: Isens og mørkets redsler. Übers. v. Sverre Dahl. Oslo: Gyldendal, 1990.

Russisch: Užasy l’dov i mraka: čelovek polagaet predel t’me. Übers. v. N. Fëdorova. Moskva: Eksmo, 2003.

Schwedisch: Isens och mörkrets fasor. Übers. v. Ulrika Wallenström. Stockholm: Forum, 1991.

Serbisch: Užasi leda i mraka. Übers. v. Zlatko Krasni. Beograd: Geopoetika, 1997.

Slowenisch: Grozote teme in ledu. Übers. v. Tina Štrancar. Ljubljana : Študentska Založba, 2011.

Spanisch: Los espantos de los hielos y de las tinieblas. Übers. v. Anton Dietrich Arenas. Madrid: Editorial Debate, 1989.

Ungarisch: A jég és a sötétség borzalmai. Übers. v. Zsuzsa Váróczi. Pécs: Alexandra, 2003.