Martin Pollack: Ransmayr ist ein genauer Beobachter und ein sorgfältiger, penibler Rechercheur. Was er sich vorstellt oder gesehen hat, kann er in eine plastische Sprache fassen. Diese Qualitäten zeichnen seine Reportagen und seine erfundenen Geschichten aus. Wie Ransmayr selber schätze ich den Unterschied zwischen den journalistischen und den fiktionalen Werken eher als gering ein. Typisch für ihn ist, dass er vom Faktischen zum Fiktionalen kommt. Am Beginn der Entstehung von „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ standen Fotos, zu denen er einen Text schreiben sollte. Aus diesem Schreibauftrag entwickelte er eine elaborierte Erzählung. Die fiktionalen Figuren treten vor einem Faktenhintergrund auf.

Aus: Martin Pollack, Gnadenlose Genauigkeit. In: Manfred Mittermayer u. Renate Langer (Hrsg.), Die Rampe. Band 03/09 Porträt Christoph Ransmayr, S. 134.